Der Franzosenschlag und die alte Schindkaul
Im hinteren Teil des Franzosenschlages befindet sich eine alte Schindkaul, die bis etwa Anfang 1900 von den Bürgern “benutzt” wurde.
An diesem Ort musste das verendete Vieh des Dorfes gebracht und “entsorgt” werden.
Es wurde in einen Graben (Kaul) gelegt und mit Erde zugedeckt. In alter Zeit wurde diese Arbeit von Abdeckern und Wasenmeistern übernommen, die alles Verwertbare des toten Viehs, z.B. die Decke und die Knochen verarbeiteten.
Sie hatten nur ein geringes Ansehen, weil sie meistens auch die Tätigkeit des Henkers ausübten. In der Regel wohnten sie außerhalb der Dörfer. Der weit über den Hunsrück hinaus bekannte “Schinderhannes” stammte aus der “Abdecker-Familie” Bückler.
Die zuletzt angelegte Schindkaul befand sich in der Seifenwiese. Ab Anfang der sechziger Jahre wurde die Entsorgung des toten Viehs von zentralen Verwertungsbetrieben übernommen.
